Focaccia

Diesen Sommer habe ich mit meiner Freundin Urlaub in Ligurien gemacht. Ligurien hat der Welt zwei kulinarische Highlights gebracht, die bestimmt jeder und jede von euch schon einmal genossen hat: Pesto und Focaccia. Insgesamt haben wir die Erfahrung gemacht, dass Ligurien zwar wirklich sehr, sehr schön, dafür aber leider auch ein bisschen teuer ist!

Umso besser war es, dass wir unmittelbar neben unserem Apartment eine Focacceria hatten. OK um ganz ehrlich zu sein, es war ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Ich habe in diesem Urlaub wahrscheinlich jeden Tag Focaccia gegessen – und nein, es wurde nie langweilig. Interessanter Weise war das auch der einzige Ort, an dem wir für unter 5€ beide satt werden konnten.

Focaccia in Ligurien
Focaccia in Ligurien

Nun muss ich gleich vorweg etwas klarstellen: ganz so gut wie im Ligurien-Urlaub wird die Focaccia zuhause leider nicht werden. Dafür fehlt einfach die leichte Brise, der Duft von Meer und auch das hervorragende Olivenöl, dass in der Region gefühlt aus dem Wasserhahn zu kommen scheint. Das Rezept wird euch aber trotzdem ein bisschen an euren letzten Italien-Urlaub zurück erinnern. Focaccia ist ein super einfaches Gericht. Mit nur sehr wenigen Zutaten und dem einen Tipp und Trick lässt sich dieses großartige Brot backen. Es kommt dabei vor allem auf Zeit an.

Zudem ist Focaccia auch ein super günstiges Gericht, was es zu einem perfekten Kandidaten für meine 3€-Reihe macht. Hier mal schnell eine Auflistung der Kosten für die Zutaten:

Focaccia als Budget-Essen?

ZutatKosten für
die gesamte
Packung
Kosten im
Gericht
Mehl1 kg – 0,40€0,20€
Olivenöl0,75 l – 4€ca 75 ml – 0,40€
Trockenhefe6 Packungen à 7g – 0,60€1 Packung 0,10€
Wasser
Salz
0,70€

Du siehst richtig: für ein Blech Focaccia musst du gerade mal 70 Cent investieren. Klar, ich habe hier mit den günstigsten Zutaten gerechnet, aber sogar, wenn du das teuerste Olivenöl verwendest, das ich auf die Schnelle finden konnte, kommst du noch auf unter 3€ Gesamtkosten. Brot ist eigentlich fast immer sehr günstig in der Zubereitung – egal ob Baguettes oder Bagels, beides kommt unter 3€. Was also mit den restlichen 2,30€ machen? Ich persönlich mag Focaccia am liebsten in ihrer einfachsten Form: ohne irgendwelche Toppings. Aber bei Toppings eröffnen sich nochmal ganz neue Dimensionen:

  • Oliven: ein Glas guter Oliven kostet meist so 2€ (das sind bei weitem noch nicht die günstigsten)
  • Rosmarin: getrocknet bist du bei einem Glas bei unter 1€ dabei. Davon brauchst du 1-2 Tl, also… 5 Cent?
  • Tomaten: in dünne Scheiben geschnitten brauchst du ca. 2 Tomaten, das sind in etwa 150g. Bei akzeptablen Tomaten kommt das auf 50-70 Cent.
  • Zwiebeln: auch hier brauchst du, wenn du sie in dünne Streifen schneidest, etwa 2 Stück. Das macht dann ca. 25 Cent.
  • getrocknete Tomaten: ein günstiges Glas kostet ca. 1,50€. Ein etwas teuereres Glas so 2,50€. Beides ist also noch im Budget. Zumal man sich dann auch die Kosten für das Olivenöl sparen bzw. reduzieren kann, wenn man einfach das Öl verwendet, in dem die Tomaten eingelegt sind.
  • usw.
Focaccia mit Oliven
Focaccia mit Oliven

Du siehst, Focaccia ist in ihrer Standard-Form super günstig und bleibt selbst mit Toppings noch sehr gut im Budget. Noch dazu kommt, dass das Rezept oben für 4 Personen reicht, oder auch für 6-8, wenn man sie zu einem Glas Wein serviert. Aber genug davon, wie großartig Focaccia ist, jetzt wird’s Zeit für ein einfaches Rezept!

Falls du das Ganze verdoppeln magst oder einfach sehr gerne sehr präzise Backangaben bekommst, habe ich in Klammer noch die Prozentwerte (anteilsmäßig am Mehl) geschrieben.

Zutaten für 1 Blech Focaccia

Für den Teig

  • Mehl, 500 g
  • Wasser, 350 ml (70%)
  • Trockenhefe, 7 g (1 Beutel) (ca. 1,5% – bei doppelter Menge reicht aber trotzdem noch eine Packung Trockenhefe)
  • Salz, 10 g (2 gehäufte Tl) (für den Teig) (2%)
  • Olivenöl, 25 ml (das sind etwa 2-3 El) (5%)
  • Optional: Rosmarin
  • auch optional: Oliven (die schmecken mir persönlich in der Focaccia besser, als als Topping – ist nicht so, wie sie es in den meisten Focaccerias gemacht haben, hat sich mE aber bewährt)

Außerdem:

  • Olivenöl, 2-3 El (fürs Blech) (5%)
  • Olivenöl, 2-3 El (oben auf die Focaccia) (5%)
  • Salzwasser: 5 g Salz (1 gehäufter Tl, 1%) + ca 75 ml lauwarmes Wasser (15%)
  • Optional: Tomaten, Zwiebeln, getrocknete Tomaten

Zubereitung der Focaccia

Focaccia ist ein sehr einfach Gericht. Das gilt nicht nur für die Zutaten, sondern auch für die Zubereitung.

Teig

Am besten beginnen wir die Zubereitung schon am Vorabend. In einer großen Schüssel alle Zutaten für den Teig, also Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Olivenöl und ggf. den Rosmarin (die Oliven kommen erst später dazu) zusammenmischen und etwa 5 Minuten zu einem Teig kneten. Als nächstes zudecken und im Idealfall 12-18 Stunden in den Kühlschrank geben. Den Teig in dieser Zeit aber etwa alle 6 Stunden strecken und falten (dieser Schritt ist optional, macht die spätere Verarbeitung aber deutlich einfacher). Solltest du Oliven zum Teig geben wollen, solltest du das beim ersten mal strecken und falten machen.

Falls du nicht so viel Geduld hast, kannst du den Teig auch einfach nur 1,5 Stunden (zugedeckt) gehen lassen, oder eben so lange, bis er um das Doppelte aufgegangen ist.

Geduld

Jetzt ist noch ein letztes Mal Geduld angesagt. Als erstes geben wir 2-3 El Olivenöl auf ein Backblech. Ich nehme meistens Backpapier (das Öl kommt dann, logischer Weise, auf das Backpapier…), du kannst aber auch direkt im Backblech backen. Dann falten wir den Teig in der Schüssel zusammen (damit die Luft rausgeht) und geben ihn dann aufs Blech. Anschließend geben wir nochmal 2-3 El Öl auf den Teig und drücken/strecken ihn vorsichtig in Form. So lassen wir ihn ca. 30 Minuten gehen. Da der Teig sich in dieser Zeit wieder ein bisschen zusammenzieht, strecken wir ihn noch zwei bis drei Mal.

Während der Teig so aufgeht, mischen wir das Salzwasser zusammen. Dafür vermischen wir 5 g Salz (etwa 1 gehäufter Tl) mit ca. 75 ml lauwarmem Wasser. Das Salzwasser macht aus einer guten Focaccia eine großartige Focaccia, da es den Teig noch ein bisschen saftiger macht.

Nach den 30 Minuten machen wir mit unseren Fingerspitzen kleine Einbuchtungen in den Teig. Das klingt sehr kompliziert, aber im Grunde drücken wir einfach nicht zu fest (wir wollen ja keine Löcher) mit unseren Fingern in den Teig. Als nächstes Rühren wir das Salzwasser nochmals gut um und schütten es dann vorsichtig in die so entstandenen Vertiefungen. (Diesen Trick habe ich zum ersten Mal bei Samin Nosrat gelesen, funktioniert wirklich super!) In dieser Form lassen wir die Focaccia nochmals 45 Minuten aufgehen, bis sie sehr luftig und locker ausschaut.

Backen

In der Zwischenzeit (etwa nach 25 Minuten) heizen wir das Backrohr auf. Focaccia backe ich am liebsten auf höchster Stufe – also 225-250° Umluft und/oder Ober- und Unterhitze. Nach den 45 Minuten Wartezeit geben wir alle optionalen Toppings auf die Focaccia (also dünne Tomatenscheiben, dünne Zwiebelstreifen, getrocknete Tomaten, etc.). Anschließend geben wir das Blech mit der Focaccia auf der mittleren Schiene ins Backrohr. Die Backzeit kann ein bisschen variieren, meistens backt sie so 15-30 Minuten. Dabei einfach auf die Focaccia schauen – sobald sie schön braun gebacken ist, ist sie fertig! Jetzt müssen wir sie leider noch ein bisschen auskühlen lassen. Fertig ist die Focaccia! Mahlzeit!

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Lara sagt:

    Das lasse ich mir bald mal wieder von meinem Freund backen😍😋

    1. Johannes Vith sagt:

      Das klingt nach einem guten Plan! 😉

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