Baguettes

Wer meinem Instagram Account folgt, weiß, dass ich im letzten Jahr sehr viele Baguettes gebacken habe. Also wirklich SEHR viele. Für ein paar Wochen letzten Winter haben mein Mitbewohner Isaiah und ich wirklich wöchentlich gemeinsam mit zwei Freundinnen Baguettes gebacken. Durch viel Ausprobieren habe ich gelernt, worauf es bei einem guten Baguette wirklich ankommt. Ich habe viele (!) Fehler gemacht (z.B. habe ich einmal statt 3 tl Salz 3 El genommen – upsi), damit ihr sie nicht machen müsst! Das Ergebnis ist ein Rezept für Baguettes, dass super einfach zu machen ist und im Grunde nur etwas Zeit braucht.

Baguettes
So haben unsere Baguettes in den USA dann irgendwann ausgeschaut

Was bisher geschah…

In den USA kam ich, so wie die meisten Europäer:innen, irgendwann an den Punkt, an dem ich amerikanisches Brot einfach nicht mehr sehen konnte. Wenn man nicht grad viel Geld für Brot auf dem Markt ausgeben möchte, schmeckt alles Brot unangenehm süß und weich. Ein einfaches Weißbrot mit einer anständigen Kruste habe ich eigentlich bis zum Schluss nicht gefunden. Die große Ausnahme bilden Bagels, die dafür hier in Österreich meist ziemlich enttäuschend schmecken. Als mir dann Isaiah von seinem Neujahrsvorsatz erzählte, jedes Wochenende Brot backen zu wollen, war ich sofort begeistert.

Wir lernten dabei vor allem eines: Brot backen ist gar nicht so schwer. Klar braucht man für richtig gutes Brot jahrelange Erfahrung. Ich möchte euch auch gar nicht vormachen: Natürlich schmecken die Baguettes vom Traditionsbäcker um ein vielfaches besser als selbstgemachte. Dieses Rezept ist nicht das beste Baguette-Rezept. Es ist vielmehr ein sehr gutes, das trotzdem super einfach ist und in jedem Fall besser schmeckt als Supermarkt-Brot (looking at you Interspar-Brot, das schon am Tag danach hart ist). Die Baguettes in diesem Rezept bekommen eine ganz knusprige Kruste, eine sehr offene Krume und durch die lange Teigführung einen großartigen Geschmack. Probiert’s einfach mal aus, Baguettes backen ist wirklich sehr lohnenswert 🙂

Ganz einfache und trotzdem großartige Baguettes – was will man mehr?

Zutaten für 2-3 Baguettes:

  • 500 g Mehl (ich nehme meistens einfach Weißmehl, man kann aber auch 450 g Weißmehl mit 50 g Vollkornmehl mischen wenn man noch etwas mehr Geschmack möchte)
  • 350 ml Wasser (70% für die Backnerds)
  • eine Packung Trockenhefe (7 g, 1,5%)
  • etwa 1 tl Salz (10 g, 2%)

Zubereitung der Baguettes:

Die Zubereitung der Baguettes ist ziemlich einfach, nur braucht man etwas Zeit. Als erstes vermischen wir das Mehl mit der Hefe und geben dann das Wasser dazu. Das verrühren wir dann gut, decken alles ab und lassen es für eine Stunde an einem warmen Ort aufgehen. Dieser Prozess nennt sich Autolyse und hilft der Hefe, richtig in Fahrt zu kommen.

Nach einer Stunde geben wir das Salz dazu und kneten den Teig für etwa 10 Minuten gut durch. Dann decken wir ihn wieder zu und lassen ihn nochmals für eine Stunde an einem warmen Ort aufgehen. Dann geben wir ihn für etwa 36 Stunden in den Kühlschrank, wobei wir ihn im Idealfall alle 6 Stunden strecken und falten. Diese Technik kennt ihr schon von meinen Rezepten für Bagels und für Pizza: ein Teil des Teigs wird weggestreckt und dann über den restlichen Teig gefaltet. Der Teig wird dann um 90° weitergedreht und wieder gestreckt, etc.

Sobald die 36 Stunden vorbei sind, geht’s ans Formen. Dafür nehmen wir den Teig aus dem Kühlschrank und teilen ihn in 2 bis 3 Stücke. Das Formen geht so:

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche drücken wir den Teig in ein Rechteck.

Teig für die Baguettes, zu einem Rechteck geformt.
Schritt 1: Rechteck formen

Dann strecken wir das obere Ende von uns weg.

Derselbe Teig, nur ist das obere Ende weggezogen.
Schritt 2: oberes Ende wegstrecken

Als nächstes rollen wir das Rechteck auf.

Dann rollen wir die Baguettes in spe noch etwas weiter und dünner.

Baguettes noch weiter ausrollen.
Schritt 5: Dünn ausrollen

Diesen Prozess wiederholen wir mit den restlichen Teigstücken. Die Baguettes sind jetzt schon fast zum Greifen nah. Wir müssen sie nun nur nochmal 30 Minuten gehen lassen. Damit wir dann nachher auch schöne Baguettes bekommen, müssen wir sie nebeneinander gehen lassen. Dafür legen wir sie auf ein Backpapier und falten dieses dazwischen auf. Das schaut dann so aus:

Schritt 6: nochmal aufgehen lassen

Am besten machen wir das gleich schon auf dem Backblech. Zum Schluss decken wir sie zu und lassen sie für 30 Minuten aufgehen. In dieser Zeit heizen wir das Backrohr auf 225°C vor und platzieren den Gitterrost auf der untersten Stufe. Auf den Gitterrost geben wir eine ofenfeste Pfanne oder einen Bräter (damit wir nachher etwas Dampf erzeugen können!).

Nach den 30 Minuten ziehen wir das Backpapier einfach wieder auseinander. Dann schneiden wir die Baguettes mit einem scharfen Messer ein: nicht zu tief, nicht zu steil, das ist die Devise. Anschließend geben wir die Baguettes ins Backrohr und schütten gleichzeitig ein Glas Wasser in die Pfanne oder den Bräter. Wir backen die Baguettes so mit Dampf für 10 Minuten. Abschließend nehmen wir die Pfanne oder den Bräter herause und backen die Baguettes ohne Dampf noch für 10-15 Minuten fertig, bis sie schön braun sind. Dann müssen wir sie leider noch etwas abkühlen lassen, aber nach etwa 30 Minuten sind sie essfertig. Mahlzeit!

Die Krume wird bei diesem Rezept einfach großartig 🙂

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