Die beste selbstgemachte Pizza

Ich finde es irgendwie ironisch, dass Pizza zu den meistgelieferten Speisen gehört. Ich liebe Pizza in allen Formen und Farben (was auch immer das heißen mag), das Zeitfenster für die perfekte Pizza ist aber eigenlich sehr klein. Zwischen ‘fertig gebacken’ und ‘essen’ sollten im Idealfall eigentlich nur wenige Minuten liegen. Die ersten paar Bissen Pizza sind immer am besten – genau dann, wenn sie richtig schön knusprig ist und der Käse perfekt geschmolzen ist.

Wenn ich mir Pizza liefern lasse, habe ich deshalb oft das Problem, dass sie einfach schon ein bisschen kalt ist. Kalte Pizza ist super, versteht mich bitte nicht falsch. Aber eben nicht dann, wenn ich eine warme Pizza möchte. Klar, ich könnte sie im Backofen aufwärmen, aber wieso bestelle ich dann überhaupt noch Pizza? Ganz ehrlich: wenn ich nur die reine Arbeitszeit rechne, die ich für dieses Pizzarezept brauche, dann kann ich locker selber Pizza machen in der Zeit, die die Lieferung braucht (die geht meistens eine Stunde). Dann habe ich eine perfekt frisch gebackene Pizza, so knusprig wie ich will und genau nach meinen Vorlieben belegt. Aber was macht dieses Rezept so genial?

Wieso ist das die beste selbstgemachte Pizza?

Im Grunde ist es ganz einfach: was uns zuhause fehlt ist Hitze. Ein richtiger Pizzaofen wird einfach viel, viel heißer als ein Backofen. Dieses Rezept widmet sich mehr diesem Problem als einem besonderen Rezept (das Rezept für den Teig ist ziemlich basic, um ehrlich zu sein). Die Lösung (einmal davon abgesehen, dass ihr den Temperaturfühler bei eurem Backofen ausbauen könntet, den Ofen als Ganzes ausbauen könntet, eine externe Kühlung anschließen könntet, usw.) ist sehr simpel: wir backen die Pizza in der Pfanne und dann noch kurz unter dem Grill. Die Pizza ist ohne Witz in 5 Minuten fertig.

So bekommt ihr einen knusprigen Boden, was auf einem Backblech bei mir noch nie so richtig funktioniert hat. Klar, auf einem Pizzastein geht das schon, aber meinen hat mein Bruder leider zerbrochen, weil er nicht auf mich gehört hat 🙃. Aber wie gesagt, der Boden wird knusprig, der Käse schmilzt richtig schön und das Ganze geht insgesamt nicht mal eine Stunde. Muss ich noch mehr sagen?

So schaut sie aus, die selbstgemachte Pizza.
So schaut sie aus, die selbstgemachte Pizza.

Zutaten für 4 Personen:

Auch wenn es hier primär um die Methode geht, habe ich trotzdem ein Rezept für euch. Die Prozentanteile – für die Back-Nerds unter euch – möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

  • 500 g Mehl (geht mit hellem Weisenmehl, aber auch mit Vollkornmehl)
  • ca. 330 ml lauwarmes Wasser (67%)
  • 1 Packung Trockenhefe (7g) (1,5%)
  • Salz, 1 Tl (7g) (1,5%)
  • Zucker, 1 gehäufter Tl (10g) (2%)
  • Olivenöl, 25 ml (5%)

Außerdem:

  • Tomatensauce (ich koche hier meistens einfach 2 Dosen geschälte Tomaten ein und würze sie mit Salz, Pfeffer und Oregano, du kannst aber auch fertige Pizzasauce kaufen)
  • Toppings (Ich liebe Rucola und frische Tomaten, aber alles außer Dosen-Ananas ist ok)
  • Käse (egal ob Kuhmilch oder vegan. Ich esse Pizza manchmal auch gerne ohne [oder zumindest mit wenig] Käse, sie liegt dann nicht so schwer im Magen)
  • Eine unbeschichtete Pfanne mit Metallgriff (backofenfest!)
Bildergebnis für pineapple pizza meme
Bitte gebt keine Ananas auf eure Pizza, bitte bitte bitte
(Quelle)

Zubereitung:

Der Teig

Für den Teig WasserHefe und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Dann Mehl und Salz zugeben und verrühren. Sobald der Teig halbwegs zusammenkommt (also nach etwa 30 Sekunden rühren), 3 bis 4 Minuten warten. In dieser Zeit absorbiert das Mehl ein bisschen Wasser und wird deutlich leichter zu verarbeiten. Dann den Teig für etwa 10-15 Minuten auf einer bemehlten Oberfläche kneten.

Sobald der Teig schön glatt geknetet ist, die Schüssel mit Plastikfolie (oder einem Geschirrtuch, Plastikfolie funktioniert aber leider besser) abdecken und mit einem Gummiband gut fixieren (so trocknet der Teig nicht aus). Dann den Teig für mindestens 1,5 Stunden an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis er sich im Volumen verdoppelt. Im Idealfall aber mindestens 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen, potenziell sind aber auch 36 oder bis zu 60 Stunden (im Kühlschrank!) möglich. Hat man keinen Platz im Kühlschrank, kann man den Teig zur Not auch über Nacht heraußen stehen lassen.

Wenn man den Teig 12 Stunden gehen lässt, dann dazwischen mindestens einmal strecken und falten. Diesen Prozess kennen wir schon vom Bagel-Rezept, aber hier nochmal in der Kurzfassung: einen Teil des Teigs wegstrecken und über den restlichen Teig falten. Dann den Teig um 90° rotieren und wieder strecken und falten. Ich mache den Teig meist am Vorabend und strecke und falte ihn dann nochmal vor dem Schlafengehen. Wenn man ihn 36 Stunden gehen lässt, dann etwa alle 6 Stunden strecken und falten. Das verbessert die Konsistenz des Teigs signifikant und dauert jeweils nur ca. eine Minute.

Portionieren

Etwa 45 Minuten bevor ich meine Pizza backen möchte nehme ich den Teig aus dem Kühlschrank. Dann nehme ich ihn aus der Schüssel, knete ihn auf einer bemehlten Oberfläche kurz zusammen und teile ihn dann in 4 gleich große Stücke, die ich dann wieder zu schönen Kugeln forme. Diese gebe ich dann in vier kleinere Behälter, die ich dann wieder abdecke (oder mit einem Deckel verschließe). Das Ganze geht nur 2 Minuten, erleichtert aber den restlichen Prozess. So haben wir genau die Teigmenge, die wir später für eine Pizza brauchen. Der Teig geht schön auf und wir können ihn nachher viel leichter formen. Es geht auch ohne Portionieren, aber es macht den Rest deulich einfacher. Den Pizzateig musst du aber auf jeden Fall rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.

Der Teig macht eine Pizza, die sehr einen knusprigen Rand bekommt.
Der Teig macht eine Pizza, die einen sehr knusprigen Rand bekommt.

Die Pizza

Als allererstes heizen wir den Backofen auf höchster Stufe (250°) in der Grillfunktion (alt. Oberhitze) vor und geben einen Rost auf die oberste Ebene (so, dass die Pfanne direkt unter dem Grill Platz hat).

Anschließend richten wir alle Toppings her. Es geht nachher sehr schnell, also müsst ihr wirklich alles griffbereit haben. Sobald der Backofen heiß ist, nehmen wir eine kleine Teigkugel und formen sie auf einer bemehlten Oberfläche zu einem Kreis, der so groß wie unsere Pfanne ist. Das könnt ihr entweder mit den Händen machen oder ihr nehmt ein Nudelholz – beides geht, so lange ihr nachher keine Ananas auf die Pizza gebt.

Wenn ihr den Teig in Form gebracht habt, nehmt ihr eure ofenfeste Pfanne und erhitzt sie auf höchster Stufe auf dem Herd. Sie muss wirklich sehr heiß sein. Wenn sie ganz heiß ist, geben wir den Pizzateig in die Pfanne. Ich mache das meistens so, dass ich ihn erst in die Hälfte und dann in Viertel falte (also zweimal halbieren), dann lege ich das Viertel passend in die Pfanne und falte den Teig einfach wieder auseinander.

Jetzt ist Geschwindigkeit gefragt. Sobald der Teig in der Pfanne ist müsst ihr ihn in Form bringen und gegenbenenfalls einen Rand bilden. Dann etwas Tomatensauce darauf verteilen (weniger als du im ersten Moment denkst). Anschließend etwas Käse und die gewünschten Toppings darauf verteilen. Zu diesem Zeitpunkt riecht die Pizza schon ganz leicht verbrannt – das ist aber kein Grund zur Sorge. Die Pizza verbrennt nicht, es werden nur einzelne Mehlpartikel auf der Unterseite etwas dunkel.

Sobald ihr die Pizza fertig belegt habt, gebt ihr die Pfanne direkt unter den Grill. Hier jetzt etwa 3-4 Minuten backen, je nach Ofen variiert das ein bisschen. Die Pizza wir rundum schön braun und der Käse schmilzt. Dann die Pfanne herausnehmen und die Pizza vorsichtig mit einem Pfannenwender aus der Pfanne nehmen (Achtung: heiß!) und ggf. fertig belegen. Mit den restlichen Teiglingen dasselbe machen. Mahlzeit!

So schaut meine fertige Pizza aus, bevor ich sie mit Rucola belege.
So schaut meine fertige Pizza aus, bevor ich sie mit Rucola belege.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Renate Klocker sagt:

    Hallo Johannes, du bist einfach super. So werde ich die Pizza ausprobieren. Lg und danke! Renate.

    1. Johannes Vith sagt:

      Liebe Renate,
      es freut mich, wenn dir der Beitrag gefällt! 🙂
      LG
      Johannes

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